Müde bin ich, geh zur Ruh ...

 ... texte nur schnell noch mein Weblog zu ...

Tach! Sooo, nun hatte ich also fünf Spätdienste nacheinander und von gestern auf heute nen kurzen Wechsel - will heißen: gestern Spät- und heute direkt Frühdienst, ergo: ich bin sowas von k.o., ich schlaf gleich auf der Tastatur ein.

Von der Arbeit her war die Woche gar nicht mal so übel, was mich aber doch wirklich SEHR gestört hat, war die Tatsache, dass ich meinen Kindern von Montag bis Freitag grad mal "Guten Morgen" und kurz danach "Tschüss" sagen konnte - und das war`s dann auch schon für den restlichen Tag. Kam erst heim, wenn sie schon im Bett waren und auch wenn ich natürlich schon vorher gewusst habe, dass sowas ab und an mal vorkommen wird - es dann auch wirklich zu LEBEN und nicht nur drüber nachzudenken, das ist doch bisschen was anderes ...

Na ja, morgen noch mal spät, dann drei Tage früh und DANN erfreulicherweise erst mal vier Tage frei. Ich weiß nicht ... Früher bin ich auf die Arbeit gegangen und freie Tage fand ich regelrecht schade. Heute ist es so, dass ich bei jedem Blick auf die Uhr ausrechne, wie lange es noch bis zum Feierabend dauert - das kann man doch nicht wirklich als positives Zeichen werten, oder? *grübel*

Die andere Doppel-Mami aus meinem Kurs hat auch zu kämpfen und ich bin echt gespannt, ob sie am Ball bleibt - glaube ich aber eigentlich schon, sie wirkt auf mich "zäh wie Leder" und ich hoffe mal, sie zieht das auch weiterhin durch. Ginge sie ... ich weiß nicht, ob ich mich nicht an ihre Fersen heften würde.

Frag mich nach wie vor, warum ich in meinem bisherigen Beruf nicht einfach weiterarbeiten wollte/konnte/sollte - vermutlich wirklich meine (eventuell völlig überzogene) Angst, bei dem ein oder anderen Patienten etwas Wichtiges zu übersehen und dann verantwortlich zu sein, wenn was Tragisches geschieht. Keine Ahnung, aber das ist schon lange mein Problem. Nie zufrieden mit der eigenen Person, dem eigenen Können und stattdessen immer wieder weiterlernen müssen - das ist fast ein Zwang, bin ich etwa neurotisch?

Was weiß ich, jedenfalls habe ich darüber hinaus bemerkt, dass ich mich doch ziemlich falsch eingeschätzt habe; es fällt mir bedeutend schwerer, als gedacht, mich soooo seeeehr zurückzunehmen.
Ich durfte bisher selbstständig Diagnosen stellen, Behandlungspläne erstellen und eben auch behandeln; hab Nadeln gelegt, Blut abgezapft und alles mögliche mehr und jetzt? Jetzt darf ich nicht mal ne Infusion abdrehen und der häufigste Satz, den ich von mir gebe, lautet: "Ich sag` Bescheid, kommt gleich jemand."

Zum Beispiel klingelte heute eine Privatpatientin und empfing mich mit den Worten: "Meine Antibiose ist durch, holen Sie doch bitte mal die Schwester, Sie dürfen das ja nicht abmachen."

Recht hatte sie, klar, aber zugegeben: Ich hätte heulen können. Fühle mich ständig wie ein kleiner Idiot und meinem eh nicht gerade auf Hochglanz polierten Selbstbewusstsein tut das nicht gerade gut. Vielleicht sollte ich in meinem Beruf als HP einfach in die Weiterbildung gehen; könnte eine Schule aufmachen und selbst ausbilden, Vorträge halten, durch die Lande tingeln, etc. Unterrichten hat mir immer Spaß gemacht, wenn ich mal dazu kam und wenn ich auch nur in einem einzigen Punkt etwas von mir halte, dann in den, dass ich im medizinischen Bereich ein ganz gutes THEORETISCHES Wissen habe - ich bräuchte ja nicht zwingend in der Praxis arbeiten und bräuchte demnach auch keine Angst haben, irgendwas falsch zu machen oder zu übersehen.

Hhmmm ... da werde ich ernsthaft drüber nachdenken müssen, diesen Praxisblock ziehe ich aber definitiv erst mal durch, dann sehe ich weiter.

Hab jetzt schon einige Sachen gesehen, die ich zuvor nur aus Büchern kannte und genau das ist ja auch Sinn und Zweck gewesen. Mein theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen koppeln und somit größere Kompetenz erlangen. Aber ich bin mir nicht mehr sicher, welchen Preis ich dafür zu zahlen bereit bin ...

Wie auch immer, wir waren eben beim Chinesen essen und kurz bevor die Glückskekse kamen, haben wir uns noch drüber unterhalten, wie es mir mit der Ausbildung geht und dass ich drüber nachdenke, ob ich dort wirklich richtig bin, etc.
Meine Family hat jeder einen Keks aus dem Körbchen genommen, ich den letzten der übrig blieb und was stand auf meinem Zettelchen?

Es zahlt sich stets aus, die Dinge zu Ende zu führen.  

Na da hab ich aber mal gelacht ...

Nun gut, soviel für`s Erste aus meinem verwirrten Hirn. Bin selbst gespannt, wie das alles weitergeht, fühl mich grade wie im freien Fall und warte einfach mal, wo ich aufknalle.

Winterliche Grüße!

4.12.10 20:22

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